Bericht 1. Online-Workshop – Klimaschutz

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel im Fokus

Bericht Jens Lilienbecker

Auch im Landkreis Pfaffenhofen ist der Klimawandel bereits deutlich spürbar: Die Winter werden milder, im Frühjahr regnet es weniger und Extremereignisse haben zugenommen. Von den 57 Teilnehmern des ersten Online-Workshops zur Auseinandersetzung mit einer resilienten Entwicklung der LEADER-Region, die für die Erstellung der neuen Entwicklungsstrategie notwendig ist, wurden Gefährdungen für die Landwirtschaft, in Wohnbaugebieten und für die Wirtschaft identifiziert und bereits vorhandene resiliente Ansatzpunkte für mehr Klimaschutz und eine Anpassung an den Klimawandel diskutiert. 

Die Trockenheit im Frühjahr hat vor allem für die Landwirtschaft im Landkreis Bedeutung, wurde von der Diskussionsrunde als erster Themenpunkt genauer ausgeführt. Insbesondere Hopfenbauern müssten ihre Felder und Pflanzen teilweise jetzt schon künstlich bewässern, um Ertragsausfälle zu verhindern. „In der Hallertau sind speziell für den Hopfenanbau sogar eine Art Bewässerungsverbände entstanden“, wurde erläutert und betont, dass die Entnahme von Wasser immer mit den zuständigen Fachstellen im Landratsamt abgestimmt werden muss, ebenso muss der Grundeigentümer zustimmen. 

Um den Oberflächenabfluss und damit Erosion im Ackerbau zu verhindern sowie gleichzeitig lang anhaltenden Trockenperioden entgegenzuwirken, bietet sich als zentrale Anpassungsstrategie an, „das Wasser wie ein Schwamm in der Landschaft zu halten und somit auch besser zu verteilen“, wurde empfohlen. Beispiele dafür sind die Anlage von Agroforstsystemen wie Baumstreifen und Hecken, eine kleinteilige und diversifizierte Landwirtschaft, was auch dem Artenreichtum zugutekommt, sowie eine Renaturierung von Flüssen und Bächen und eine Wiedervernässung von Wiesen. In diesem Zusammenhang wurde die LEADER-geförderte Machbarkeitsstudie CO2-regio kurz vorgestellt, die ein praxistaugliches Modell von Klimaschutzmaßnahmen wie Moorschutz, Humusaufbau und Aufforstung in Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen a. d. Ilm, Aichach-Friedberg und Ingolstadt entwickeln will. Moore binden doppelt so viel klimaschädliches Kohlendioxid wie Wälder und spielen deshalb eine wichtige Rolle bei der Reduktion der Klimagase. Im Landkreis Pfaffenhofen gibt es rund 2.700 Hektar Moorboden, wurde dazu im Chat notiert. Hierzu passt der Projektvorschlag einer Teilnehmerin, in der Region produzierte Komposterde anzubieten, die torffrei ist. Neu ist auch eine Idee, bei der Agri-PV-Anlagen mit Wasserspeichern kombiniert werden können. 

Zweiter Bereich waren die Gefährdungen für die Gemeinden und speziell für die Wohngebiete. Als Beispiele für Anpassungsstrategien wurden Wasserspeichermöglichkeiten und Zisternen aufgezählt. Außerdem ist es möglich, Vorgaben im Bebauungsplan oder Satzungen für Niederschlagswasser festzulegen, lautete ein weiterer Aspekt. Modellhaft könnte und sollte auch einmal untersucht werden, wie Grau- und Abwasser bei Einfamilienhäusern genutzt und so wieder dem Kreislauf zugeführt werden kann. Da durch Flächenversiegelungen kein Regenwasser versickert und das Kleinklima negativ beeinträchtigt wird, sollte an vielen Stellen versucht werden, Versiegelungen wieder rückgängig zu machen und den Flächenverbrauch zu reduzieren, war eine weitere Meinung. Zum Beispiel durch Bepflanzung und Naturgärten statt Schotter und Pflaster in den Vorgärten der Wohnhäuser. Ebenso muss an den Sonnen- und Wärmeschutz in Wohnbaugebieten zukünftig verstärkt gedacht werden, ergänzten die „Architects for Future“ und begrünte Dachflächen wurden genannt. „Generell ist es jedoch schwieriger, so etwas im Altbestand durchzusetzen“, wurde eingeräumt.

Um Begrünungen der Gebäude und weitere bauliche Klimaanpassungen geht es auch beim naturnahen Gewerbedreieck A9-B300 bei Reichertshofen, das aktuell in Planung ist und im Workshop als vorbildlich eingestuft wurde. Mit Blick auf die hohe Wirtschaftskraft des Landkreises sei es notwendig, bei Flächennutzungen „wählerisch“ zu sein, wurde deutlich gemacht. Hinzu kommt, dass die Wirtschaftsunternehmen im Landkreis derzeit viele Investitionen in den Klimaschutz vornehmen. Nur kurz gestreift wurde zum Schluss der Einsatz von erneuerbaren Energien im Landkreis. Hier war der Wunsch, die Bevölkerung mehr mitzunehmen und verstärkt auf die Bildung beim Klimaschutz zu setzten. Potenzial wird noch bei der Einsparung von Energie gesehen.  

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