Bericht Strategiewerkstatt – Vier Entwicklungsziele für LEADER Landkreis Pfaffenhofen

Strategiewerkstatt nimmt den sozialen Zusammenhalt und Freiräume zur Entwicklung kreativer Lösungsansätze in den Blick

Vier Entwicklungsziele wird die neue Lokale Entwicklungsstrategie haben, mit der sich die LEADER-Region Landkreis Pfaffenhofen für die neue Förderperiode 2023 – 2027 bewerben will. Neben dem Klima- und Ressourcenschutz, der Gestaltung des demografischen Wandels und der Daseinsvorsorge sowie der regionalen Wertschöpfung, die bereits bei den vier Online-Workshops erarbeitet worden sind, zählt auch die Förderung des sozialen Zusammenhalt dazu, die bei der Strategiewerkstatt am 30. April in Wolzach im Fokus stand. „Durch die Auseinandersetzung mit einer resilienten Entwicklung haben wir wichtige Zukunftsthemen für unsere Region behandeln können“, freute sich der stellvertretende Vorsitzende der LEADER-Aktionsgruppe, Bürgermeister Wolfgang Hagl.

Die Menschen im Landkreis Pfaffenhofen fühlen sich hier zugehörig und halten zusammen, wurde zu Beginn festgehalten. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Religionen (als spiritueller Kraftquelle) und es gibt eine kulturelle Vielfalt, die zum Beispiel der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen aufgreift. Angesichts der aktuellen Krisen bestehen jedoch Zukunftsängste, dass der Wohlstand in der Region gefährdet sei, die Arbeitslosigkeit ansteige oder Konflikte um den bezahlbaren Wohnraum zunehmen, wurde aufgezählt. Um hierzu Gespräche und Informationen anbieten zu können, soll das Ehrenamt weiter gestärkt werden, das im Landkreis über das KOBE, das Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement unterstützt wird.

Weiter wurde in diesem Zusammenhang die regionale Lebensmittelversorgung in Blick genommen und die Bedeutung der Direktvermarkterinitiative Pfaffenhofener Land hervorgehoben. Speziell für Menschen, die sich mit dem Internet schwer tun, gibt es von Seiten der Initiative Unterstützung. Zukünftige Möglichkeiten werden in Verkaufsboxen- oder sogar Containern gesehen, die ohne Personal funktionieren und dadurch auch in kleinen Orten aufgestellt werden können, wo sich ein normales Verkaufsgeschäft nicht mehr halten kann, wurde erklärt. Aufgrund der steigenden Lebensmittelpreise hat in letzter Zeit auch der Wunsch nach Selbstversorgung zugenommen. Doch nicht jeder hat ein Grundstück dafür zur Verfügung. Aus Sicht der Teilnehmer ist es daher sinnvoll, die Möglichkeiten für Selbstversorgung im LAG-Gebiet aufzuzeigen und anzubieten.

Genauer wurden die Bedürfnisse der jungen Menschen beleuchtet und eingeschätzt, dass teilweise Freizeitangebote (Beispiel Skatepark) und Treffpunkte für Jugendliche ab 14 Jahren fehlen, die ihnen einen freien Raum für Kreativität bieten und von ihnen selbst verwaltet werden. Wichtig ist auch, dass die Gemeinschaft unabhängig von einem Verein möglich ist. In einigen Gemeinden werden schon lange Bauwagen genutzt. Viele Jugendliche sind heutzutage auch am Natur- und Umweltschutz oder am Gaming interessiert, wurde ergänzt und zugleich auf die vielfältigen Jugendkulturen verwiesen, die heutzutage existieren. Als großer Vorteil wird der Jugendkreistag gesehen, der Anfang 2022 seine Arbeit aufgenommen hat und nun die Interessen der Jugendlichen vertritt. Zudem gib es den Kreisjungendring und in manchen Schulen werden Vollversammlungen abgehalten. Entwicklungsmöglichkeiten bestehen auch in der Digitalisierung und im Ausbau der Infrastruktur. Ein Teilnehmer regte an, in den einzelnen Gemeinden Ortsgruppen des Bürgernetzes gründen, das bereits seit vielen Jahren in Pfaffenhofen existiert, um Menschen beim Umgang mit dem Internet zu unterstützen.

Nur kurz wurden die Mobilität und die regionale Energieversorgung angesprochen. Um das ÖPNV-Angebot zu ergänzen und das Angebot mehr in die Fläche zu bringen, ist mehr Flexibilität gefragt. Aktuell ist ein bedarfsorientierter Klimaschutzbus in Scheyern in der Erprobung und weitere vier bedarfsorientierte Busse fahren in der Kreisstadt. In Hettenshausen gibt es ein Seniorentaxi. Zur Stromversorgung wurde empfohlen, das jeder Haushalt in Zukunft über einen eigenen Stromspeicher verfügt, auch um gegenüber einem Stromausfall gewappnet zu sein. Großer Bedarf gibt es noch bei energetischen Sanierung und hier sind neue Konzepte für die Wärmepumpe notwendig.

Die Attraktivität der Region nach außen tragen war ein letzter Aspekt der Ideenwerkstatt. Denn Lebensqualität und Freizeitangebote sind Faktoren, die ebenso beim Anwerben von Fachkräften eine Rolle spielen können, hieß es. Zudem sollte die Bandbreite spannender Zukunftsjobs noch besser publik gemacht sowie Start-up-Plattformen und moderne Organisationsformen wie das Sozial-Unternehmertum gefördert werden.

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